Die deutsche Rechtschreibung für Printfanatiker, Eselsohrenknicker und Offliner

16. September 2009

Miezekatze oder Mietzekatze, Rhythmus oder Rythmus, separat oder seperat? Wer gerade im Netz unterwegs ist, kann Zweifelsfälle der deutschen Rechtschreibung seit Juli unter PONS.eu nachschlagen. Doch was tun, wenn das Internet streikt, aber der Text fertig werden muss, der Monitor vor den Augen flimmert oder die Gäste beim Abendessen eine heiße Diskussion über die neue Rechtschreibung anzetteln? Für solche Situationen und für alle Printfanatiker, Eselsohrenknicker und Offliner bringt PONS jetzt die gedruckte Variante der deutschen Rechtschreibung heraus.

Ab heute steht das gebundene Nachschlagewerk „PONS Die deutsche Rechtschreibung“ nicht nur neugierigen Katzen zur Verfügung, sondern auch in den Buchläden. Die Neuentwicklung auf Grundlage der amtlichen Regeln umfasst neben Kätzchen, miauen und Kratzbaum rund 140.000 weitere Stichwörter und Wendungen. Zugrunde liegt das Korpus der Universität Leipzig mit über 50 Millionen Datensätzen. Neben den richtigen Schreibweisen enthält „Die deutsche Rechtschreibung“ über 500.000 Beispiele, Bedeutungserklärungen und Angaben zu Worttrennung, Aussprache, Grammatik, Stilebenen und Herkunft.
Wie die Online-Variante berücksichtigt die Printausgabe viele zusammengesetzte Wörter, Anglizismen und Fachbegriffe. Schließlich gehören nicht nur Stubentiger, Katzenbuckel und Samtpfote, sondern auch Webbrowser, Staatshilfe und Krisenmanager zum deutschen Sprachgebrauch. Sind mehrere Schreibweisen für ein Wort zugelassen, werden diese komplett aufgelistet, der Nutzer hat die Wahl. Alte, nach den amtlichen Regeln falsche Schreibweisen fallen dagegen weg. Ein übersichtliches Layout erleichtert es, den richtigen Begriff zu finden, Infokästen und direkte Verweise auf den ausführlichen Regelteil des Buches helfen, die Schreibweise zu verstehen.
Zugegeben, stark unterscheidet sich die Printausgabe nicht von der Online-Variante. Neu sind dagegen auch für PONS.eu-Nutzer die zwei weiteren Deutsch-Bände. „Die große Grammatik Deutsch (Band 2)“ erklärt den richtigen Umgang mit der deutschen Sprache und Grammatik. In „Perfektes Deutsch (Band 3)“ findet man einfache Erklärungen zu sprachlichen Zweifelsfällen in Bezug auf Wortbedeutung, Grammatik, Stil oder Rechtschreibung – vielleicht eine gute Gelegenheit für PONS.eu-Nutzer, mal wieder ein Buch in die Hand zu nehmen.

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Mit PONS auf dem rechten Schreib-Weg

03. September 2009

Nun ist es offiziell: Mit Beginn der nächsten Woche gehen auch in den letzten Bundesländern die großen Sommerferien zu Ende. Für viele Mädchen und Jungen geht somit die Schule wieder los und mit ihr auch der Deutschunterricht, in welchem der Grundstein für das rechte Schreiben fürs gesamte Leben gelegt wird. Und genau das stellt unsere Pädagogen vor eine schwierige Aufgabe. Denn jeder Mensch, in diesem Fall Schüler, versteht und lernt anders. Besonders starke Unterschiede gibt es dort zwischen Jungen und Mädchen.
Doch damit sowohl unsere weiblichen als auch männlichen Abc-Schützen in Sachen Rechtschreibung gleichermaßen topfit werden und zudem der Spaß am Lernen nicht verloren geht, hat sich PONS für die Autoren und Blogger der Zukunft etwas einfallen lassen:

Auf dem rechten Schreib-Weg 3

Übungshefte, die speziell auf die Interessen und das Lernverhalten von Mädchen und Jungen abgestimmt und für die Jahrgangsstufen 1–4 geeignet sind. Denn ob Prinzessin oder Pirat, Pferdenärrin oder Fußballstar, rechtes Schreiben will gelernt sein.

Weitere Informationen zu diesem Thema und den Übungsheften finden Sie auf pons.de.

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Vom Apostroph, der mehr sein wollte

21. August 2009

Früher fristete der kleine Apostroph ein tristes Dasein. Abgehängt am oberen Zeilenrand schwebte er dort als unscharfes Spiegelbild des deutlich häufiger beschäftigten Kommas scheinbar in Überlebensgefahr. Ebenso wie über sein Geschlecht (der oder das Apostroph?) wurde auch über seinen Verwendungszweck mehr spekuliert als ernsthaft unterrichtet. Die deutsche Rechtschreibung schien für das drollige „einbeinige Gänsefüßchen“ keinen rechten Platz zu bieten.

So wurde mir zum Beispiel in der Grundschule beigebracht: „Das Apostroph“, meine Lehrerin ging damals von einem neutralgeschlechtlichen Satzzeichen aus, „verwendet man immer dann, wenn ein Buchstabe weggelassen wird.“ Ende der angeblich alles verdeutlichenden Erklärung.

Neugierige Nachfragen, ob man in dem Fall nicht mit dem Apostroph das gesamte Alphabet in Rente schicken könne, wurden mit dem Zusatz: „Das braucht ihr aber auch nicht weiter beachten, lasst einfach den Buchstaben nicht weg – sieht eh besser aus“ abgewehrt.

Wen verwundert es da, dass der inzwischen immerhin geschlechtsreife Apostroph dieser Tage aus der Rolle des unbeliebten Außenseiters ausbricht und nach Größerem strebt?

Während er in der deutschen Zeichensetzung über viele Jahre hinweg weitestgehend in Ruhe gelassen wurde, konnte sich der Apostroph auf sein Auslandsstudium konzentrieren und in der englischen Sprache mit seinem neuen Freund, dem „s“, große Erfolge an Wortenden feiern. Nunmehr zurück in der deutschen Sprache möchte der Apostroph an diese Erfolge anknüpfen und bietet sich bereitwillig jedem an, der seinem staubigen Wortgeflatter mit dem neckischen Zeichen etwas internationalen Chic (oder nach neuer Rechtschreibung: Schick) einhauchen möchte.

Mit dieser Taktik ist der Apostroph zum wahren Multifunktions-Satzzeichen mutiert. Der Schlingel wird inzwischen derart häufig (falsch) gebraucht, dass sich viele Menschen gar nicht mehr erinnern, wann er denn nun im Deutschen wirklich gesetzt gehört und wann nicht?

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Nicht nur übermotivierte Gastronomen …
(Aus: Ständig Wechselnde Tages Special’s !!!)

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… auch professionelle Schreiber kommen durcheinander, wenn es um den richtigen Einsatz des Apostrophs geht. (Aus: Professionelle Schreibfehler)

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Eine große Marke schützt nicht vor kleinen Satzzeichen-Fehlern.
(Aus: Tchibo und der Apostroph)

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Todsünde Inkonsistenz: „Desserts“ ohne, aber „Menü’s“ im Plural mit Apostroph. Man beachte zudem die Schreibweise des Joghurts…
(Aus:
Schreibfehler im IKEA Bistro)

Piet Herbertz | Kategorie: Fachliches, Fundstücke | 3 Kommentare »

Regeln fürs Segeln

20. August 2009

Jeder Segler weiß: Für das Miteinander auf dem Wasser gibt es gewisse Regeln, die zu beachten sind. So schreiben beispielsweise die internationalen Kollisionsverhütungsregeln vor, dass Motorfahrzeuge gegenüber Segelfahrzeugen ausweichpflichtig sind. Weit verbreitet unter Seglern sind auch spezielle Höflichkeitsregeln. Dazu gehört zum Beispiel, dass Einheimische einer einlaufenden Yacht einen freien Liegeplatz zuweisen und beim Festmachen helfen.



Ein Wissenschaft für sich sind die verschiedenen Seglerknoten. Die wichtigsten Exemplare haben auf sachkundigen Hinweis eines Nutzers jetzt Einzug in unser Online-Nachschlagewerk www.pons.eu gehalten. Dazu gehören unter anderem Knoten wie Stopperstek, Endacht, Palstek, Schotstek, Kreuzknoten, Webeleinenstek, Rundtörn und Roringstek. Für künftige Schreibvorhaben rund ums Segeln wünschen wir: „Mast- und Schotbruch!“

Redaktion | Kategorie: Fachliches, Wortmeldung | keine Kommentare »

Stricher

19. August 2009

Wir Journalisten sind Stricher – Menschen, die das dringende Bedürfnis verspüren, Wörter mit Bindestrich zu schreiben. Natürlich gibt es Begriffe, bei denen sich das so gehört. Doch die allermeisten Wörter, die uns in der deutschen Sprache begegnen, brauchen eigentlich keinen Strich.

Uns Stricher stört das nicht. Unser Argument für einen Bindestrich im Wort ist noch dazu ziemlich einleuchtend: Mit seiner Hilfe soll ein Wort besser zu lesen sein. Mit der Rechtschreibreform haben wir neue Argumente geliefert bekommen, mit denen wir die dünne Linie zwischen zwei Buchstaben verteidigen können. „Schifffahrt“ und Co. sehen nämlich wirklich nicht chic aus. Also schreiben wir „Schiff-Fahrt“.

Doch wo sollen wir die Grenze ziehen? Bei „Radar-Falle“ oder bei „Wetter-Vorhersage“? Sie sehen: Es ist ein schmaler Grat, eine dünne Linie, letztlich auch nur ein Strich, auf dem wir balancieren und unsere Entscheidungen treffen – zwischen richtig und leserlich.

Jork Herrmann | Kategorie: Allgemeines, Fachliches | 4 Kommentare »

Viele Hände und kein schnelles Ende

18. August 2009

„Bist du beschränkt, daß neues Wort dich stört?
Willst du nur hören, was du schon gehört?“

So heißt es in Goethes Faust. Und auch wir bei PONS.eu haben natürlich rein gar nichts gegen neue Wörter. Deshalb wollen wir die Geister, die wir riefen, auch nicht loswerden, sondern freuen uns auch weiterhin über sprudelnde Wortquellen aus der Blogo- und allen anderen Sphären, die von Sprachliebhabern bewohnt werden.

Übrigens gibt es in der Geschichte der Lexikographie auch lange vor dem Internetzeitalter Wörterbücher, deren Entstehung einer kollektiven Anstrengung zu verdanken ist. Das im Jahre 1857 initiierte The New Oxford Dictionary of English etwa wurde 70 Jahre später vollendet. Sein Schöpfer, Dr. James Murray, hatte mit Flugblättern freiwillige Helfer gesucht, die in der Literatur nach Wörtern und Belegen fahnden sollten. Freilich kamen die Funde damals noch nicht per E-Mail in die Hände des Sprachforschers.

Dr. Andreas Cyffka | Kategorie: Fachliches, Wissenswertes | keine Kommentare »

Am Freitag, den 7. August dieses Jahres

07. August 2009

… oder muss es „am Freitag, dem 7. August“ heißen? Wieder mal ein entschiedenes Sowohl-als-auch! Erstens kann man die Monatsangabe als Beisatz (Apposition) zum Wochentag auffassen. Somit greift die Regel, dass ein Beisatz immer im selben Fall steht wie das Wort, auf das er sich bezieht. Die Präposition „an“ (am = an + dem) gibt hier den Dativ vor, also stehen Wochentag und Monatstag im Dativ. Übrigens werden eingeschobene Beisätze immer von Kommas eingeschlossen, das hintere Komma darf hier aber fehlen: „Am Freitag, dem 7. August[,] entsteht ein Blogbeitrag.“

Eine andere Möglichkeit wäre, die Datumsangabe, wie sie in der Überschrift steht, als Aufzählung zu verstehen: Zunächst eine Zeitangabe mit Hilfe der Präposition „an“ + Dativ, anschließend eine freie Umstandsangabe der Zeit (im Akkusativ). Angaben der Zeit stehen – wenn keine Präposition dazwischenfunkt – generell im Akkusativ. So ist es möglich zu schreiben: „Nächsten Montag, den 10. August habe ich Urlaub.“ Bei Aufzählungen setzt man gewöhnlich nur ein Komma, zwei sind aber nicht falsch.

Man kann sich also für die eine oder die andere Variante entscheiden. Häufig jedoch wird die Monatsangabe im Dativ als stilistisch schöner empfunden. Und bei den Kommas gilt: Das erste ist Pflicht!

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Aus der Deutsch-Redaktion

31. Juli 2009

~max0002Mein Name ist Andreas Cyffka und ich gehöre der Deutsch-Redaktion von PONS.eu an. Künftig möchte ich Ihnen hin und wieder einen Einblick in unsere Arbeit mit der deutschen Rechtschreibung gewähren.

Gern nehme ich auch Ihre Hinweise und Wortmeldungen entgegen. Wir aktualisieren unsere Datenbank wöchentlich um Neuwörter und werden auch Ihre Anregungen zeitnah berücksichtigen. Bitte senden Sie uns Ihren Wortvorschlag und eine kurze Erläuterung über folgendes Kontaktformular zu.

Schon zum Start des Online-Wörterbuchs PONS Die deutsche Rechtschreibung sind wir begeistert von der schieren Menge der kompetenten und konstruktiven Zuschriften, die uns bereits erreicht haben. Der Input kreist vor allem um aktuelle Phänomene wie etwa die Schweinegrippe.

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Dr. Andreas Cyffka | Kategorie: Fachliches, Wortmeldung | 5 Kommentare »