05. Oktober 2009
Wer schon im eigenen Land auf lustige Schreibfehler achtet, dem fallen ulkige Interpretationen der deutschen Sprache jenseits der eigenen Landesgrenzen erst recht ins Auge.
Besonders während der Urlaubszeit erreichen uns auf Fehlerleser.de stets zahlreiche Zuschriften von Lesern, die im Ausland auf lustige deutsche Übersetzungen gestoßen sind.
Mal sind es witzige Schreibfehler und ewig lange Satzgebilde, die selbst den Deutschprofi zu mehrfachem Hinsehen zwingen, um alle Fehler zu entdecken …

… dann wieder sorgen lustige Übersetzungen, die scheinbar ohne weitere Überprüfung einem Online-Übersetzungsprogramm entlockt wurden, für Heiterkeit.

Besonders niedlich wird’s dann, wenn versucht wird, für aufwendig formulierte Speisen und Gerichte eine Entsprechung zu finden:

Bei aller Freude über wacklige Satzkonstruktionen und hinreißend naives Vertrauen in automatisierte Übersetzungen sei allerdings nicht zu vergessen, dass sich die Gastgeber rund um den Globus in den aufgeführten Beispielen nur der deutschen Gäste zuliebe zum Schorsch machen.
Deswegen nämlich, weil wir mit der Sprache des Gastlandes vermutlich noch viel weniger zurechtkämen. So viel Fairness muss sein.
28. September 2009
Es geht heiß her im deutschen Gastro-Gewerbe. Wenn es um die Rechtschreibung internationaler Kaffeespezialitäten geht, wird heiß aufgebrüht und viel sprachlicher Schaum geschlagen.
Früher war das einfach. „Kaffee“, das war das schwarze Gesöff, welches wahlweise „mit Milch oder Zucker?“ serviert wurde. Und ein „Café“ war ein Ort, an dem man ebensolchen serviert bekam.
Heute gestaltet sich die Lage ungleich schwieriger: Ob „Latte macchiato“, „Cappuccino“ oder der englische „coffee to go“ – die Schreibweisen des beliebten Heißgetränks in all seinen Variationen treiben die Gastronomen der Nation zu immer neuer Kreativität.

Irgendwie lästig und doch praktisch zugleich: ein komplettes Café zum Mitnehmen an kalten Tagen.

Der späte Vogel trinkt den Kaffee. Die italienische Milch (Latte) schreibt sich jedoch mit Doppel-T.

Richtig und falsch Seite an Seite oder: Fehler bei der Glasablesung.

Die Latte Maccihato klingt asiatisch und der Cappuchino hat beim Buchstaben-Quartett ein „c“ gegen ein „h“ verspielt. Immerhin: Der Milchkaffee ist richtig.
14. September 2009

Liebe Andrea Koßmann, vielen Dank für diesen Schnappschuss.
07. September 2009
Keine Sorge, liebes Rotana Restaurant, wir sind fündig geworden. Sogar mehrfach. Zumindest was Rechtschreibfehler in diesem Prospekt angeht:

Allein auf der ersten Seite der Speisekarte finden sich 5 Fehler. Aber vielleicht verstecken sich hinter dem ein oder anderen vermeintlichen Fehler auch spezielle Diätangebote. So wird einem zum Beispiel eine einzelne Nudel oder ein kleines „sandwich“ geboten.

Und auch wenn auf der Rückseite der Karte des multikulturellen Speiseanbieters der Verweis prangt, dass Irrtümer und Druckfehler vorbehalten sind, können wir bei einer derartig hohen Fehlerquote einfach nicht widerstehen. Dieser Prospekt muss geponst werden!
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Lauter Fehler – nicht zum
Hinsehen! www.pons.eu
27. August 2009
„Nichts wirkt verständnisvoller und motivierender als Gleichgesinnte“, dachten sich mit großer Wahrscheinlichkeit die Werbetexter und Mediendesigner der MPU-Stelle Berlin, als sie ihre rauchenden Köpfe zusammensteckten, um einen geeigneten Werbeslogan für die U-Bahn-Plakate zu finden. Doch waren die Worte „Sie müsen zum Idiotentest?“ wirklich klug gewählt? Ist es nicht so, dass die meisten, die es in Erwägung ziehen, zu einem Beratungsgespräch der MPU zu gehen, spätestens beim Lesen dieses Werbebanners zurückschrecken? Schon das Benutzen des bereits seit einiger Zeit umstrittenen Begriffes „Idiotentest“ (Begutachtung der Fahreignung) ist zweifelhaft und wirkt keineswegs einladend. Stellt sich nun also die Frage, ob der Rechtschreibfehler bewusst provozieren sollte oder versehentlich geschah.

Ob nun beabsichtigt oder nicht, die Anzeige ist auffallend und amüsant – Mission erfüllt.
21. August 2009
Früher fristete der kleine Apostroph ein tristes Dasein. Abgehängt am oberen Zeilenrand schwebte er dort als unscharfes Spiegelbild des deutlich häufiger beschäftigten Kommas scheinbar in Überlebensgefahr. Ebenso wie über sein Geschlecht (der oder das Apostroph?) wurde auch über seinen Verwendungszweck mehr spekuliert als ernsthaft unterrichtet. Die deutsche Rechtschreibung schien für das drollige „einbeinige Gänsefüßchen“ keinen rechten Platz zu bieten.
So wurde mir zum Beispiel in der Grundschule beigebracht: „Das Apostroph“, meine Lehrerin ging damals von einem neutralgeschlechtlichen Satzzeichen aus, „verwendet man immer dann, wenn ein Buchstabe weggelassen wird.“ Ende der angeblich alles verdeutlichenden Erklärung.
Neugierige Nachfragen, ob man in dem Fall nicht mit dem Apostroph das gesamte Alphabet in Rente schicken könne, wurden mit dem Zusatz: „Das braucht ihr aber auch nicht weiter beachten, lasst einfach den Buchstaben nicht weg – sieht eh besser aus“ abgewehrt.
Wen verwundert es da, dass der inzwischen immerhin geschlechtsreife Apostroph dieser Tage aus der Rolle des unbeliebten Außenseiters ausbricht und nach Größerem strebt?
Während er in der deutschen Zeichensetzung über viele Jahre hinweg weitestgehend in Ruhe gelassen wurde, konnte sich der Apostroph auf sein Auslandsstudium konzentrieren und in der englischen Sprache mit seinem neuen Freund, dem „s“, große Erfolge an Wortenden feiern. Nunmehr zurück in der deutschen Sprache möchte der Apostroph an diese Erfolge anknüpfen und bietet sich bereitwillig jedem an, der seinem staubigen Wortgeflatter mit dem neckischen Zeichen etwas internationalen Chic (oder nach neuer Rechtschreibung: Schick) einhauchen möchte.
Mit dieser Taktik ist der Apostroph zum wahren Multifunktions-Satzzeichen mutiert. Der Schlingel wird inzwischen derart häufig (falsch) gebraucht, dass sich viele Menschen gar nicht mehr erinnern, wann er denn nun im Deutschen wirklich gesetzt gehört und wann nicht?

Nicht nur übermotivierte Gastronomen …
(Aus: Ständig Wechselnde Tages Special’s !!!)

… auch professionelle Schreiber kommen durcheinander, wenn es um den richtigen Einsatz des Apostrophs geht. (Aus: Professionelle Schreibfehler)

Eine große Marke schützt nicht vor kleinen Satzzeichen-Fehlern.
(Aus: Tchibo und der Apostroph)

Todsünde Inkonsistenz: „Desserts“ ohne, aber „Menü’s“ im Plural mit Apostroph. Man beachte zudem die Schreibweise des Joghurts…
(Aus: Schreibfehler im IKEA Bistro)
11. August 2009
Menschen halten sich gern an Regeln, denn sie vereinfachen das Leben ungemein. Musik, Straßenverkehr und Kochrezepte haben ihre jeweils eigenen Regeln, die (zu befolgen) wir im Laufe unseres Lebens erlernt haben. Über die meisten unserer tagtäglichen Verhaltens- oder Denkmuster müssen wir nicht einmal mehr nachdenken, um in ihnen regelkonform und mit Bravour zu bestehen.
Auch die deutsche Rechtschreibung folgt allgemein anerkannten Regeln. Um peinliche Schreibfehler zu vermeiden, genügt oft ein Blick ins Wörterbuch. Damit ist die Rechtschreibung wesentlich einfacher zu meistern als beispielsweise die Musik, in der unbeabsichtigte Disharmonien je nach Hörgewohnheit zwar von den meisten schnell erkannt, jedoch nur vom geschulten Fachmann entschlüsselt, erklärt und beseitigt werden können.
Rechtschreibung ist also eigentlich gar nicht so schwer. Dennoch säumen im Alltag zahllose Schreibfehler unseren Weg. Im Internet, auf Plakaten, auf Verpackungen von Produkten oder in Speisekarten: kaum ein Ort, an dem sich nicht ein Schreibfehler, ein falscher Apostroph oder ein ungünstig gesetztes Eszett finden lässt.

Merke: Nur, weil sich die Rechtschreibung in News-Portalen und bei Google deckt, muss sie noch lange nicht korrekt sein. Ein Blick ins Online-Wörterbuch hilft.

Aus: Wirtschaftskriese und Google schlägt Schreibfehler vor
Erstaunlich ist, dass im Gegensatz zur Musik der orthografische Missklang kaum jemanden stört. Die meisten scheinen ihn nicht einmal wahrzunehmen. Beruhigend ist, dass das so nicht stimmt.
Lustige (falsche) Rechtschreibung in der Öffentlichkeit ist das Thema auf Fehlerleser.de. Unter den seit dem Start im Mai 2008 stetig zahlreicher werdenden Stammlesern befinden sich Junge und Alte, Doktoren und Rechtsanwälte, Redakteure und Lehrer, aber auch viele, deren beruflicher Alltag überhaupt keine explizite Auseinandersetzung mit zwanghaft fehlerlos geschriebener Sprache erfordert. Sie alle eint der Spaß an der heiteren Beschäftigung mit der deutschen Sprache.

Eiskalter Deutsch-Englisch-Mix mit Schreibfehlern und interessant extremer Preisgestaltung.
Häufig berichten Leser, wie sie seit der regelmäßigen Lektüre des Schreibfehler-Blogs immer öfter selbst auf Rechtschreibfehler im öffentlichen Raum stoßen. Leider ist nicht immer eine Kamera zur Hand oder der Wirt, dessen Speisetafel man im Visier hat, noch in Schlagdistanz. (Warnung für Nachahmer: Das Verständnis für das ungefragte Ablichten von Kneipenschildern hält sich oftmals in Grenzen!)
Natürlich waren die Fehler vorher auch schon da, und es werden auch immer Schreibfehler gemacht werden. Und auch auf Fehlerleser.de werden – so sehr wir uns auch bemühen – mitunter Fehler gemacht, die aber meist innerhalb kurzer Zeit von den Lesern entdeckt und zu Recht angeprangert werden.

Naturgewaltige Sprachverwirrung. (Aus: Organböen)
In erster Linie macht die Auseinandersetzung mit dem alltäglich brüchigen Regelwerk der deutschen Sprache Spaß. Es geht nicht ums Rechthaben oder die pedantische Verbesserung. Der wunderbare Nebeneffekt: Wir schärfen die Wahrnehmung unserer Leser für augenscheinliche Missklänge im Umfeld unseres sprachlichen Alltags.
Denn es ist doch eigentlich ganz schön, wenn man Regeln hat, an die man sich (mit Leichtigkeit) halten kann.
04. August 2009

Falls es kein beabsichtigtes Unterfangen war: Auch wenn Ihr Essen schnell im „Biß“ ist, so ist das Kerngeschäft Ihrer Betriebsamkeit dennoch ein Imbiss. Falls es ein beabsichtigtes Unterfangen war: Sie haben einen vorzüglichen Humor! Für den Fall, dass ihn andere nicht verstehen – ich tu es! Falls es das Ergebnis von Problemen kommunikativer Art ist: Na ja, passiert. Neues Schild anfordern und weiter geht es. Falls es reine Willkür/Belustigung des Schildherstellers war: Siedeln Sie um nach Amerika, verklagen Sie ihn, kassieren Sie Ihre Million und gehen Sie über „LOS“. Falls es Ihnen einfach nur egal ist: Dann haben Sie sicherlich gute Gründe dafür.
Und das mit dem Apostroph haben wir an dieser Stelle schon einmal geklärt.
(Schreibfehler wurde entdeckt von Albrecht Stroh. Vielen Dank.)